Berlin – Millionen Paypal-Nutzer in Aufregung: Durch eine Sicherheitslücke stoppten Banken in den vergangenen Tagen Lastschriften in Milliardenhöhe. Das enthüllte die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) am Mittwoch. Insgesamt blockierten deutsche Geldhäuser demnach Transaktionen in Höhe von zehn Milliarden Euro. Aber wie konnte es eigentlich zu der Bezahl-Panne kommen?  

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) erklärte, in den vergangenen Tagen sei es „zu Vorfällen mittels unberechtigter Lastschriften von PayPal gegenüber verschiedenen Kreditinstituten gekommen. Diese Vorfälle hatten erhebliche Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr in ganz Europa und insbesondere auch in Deutschland. Dies war am vergangenen Montag für einige Stunden auch für Kundinnen und Kunden von Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe zu spüren.“  Kriminelle versuchen immer wieder, Banken und Finanzdienstleister wie Paypal auszutricksen und mit gefälschten Lastschriften Geld von Bankkonten ihrer Opfer zu erbeuten. Das Paypal-Sicherheitssystem, das diese Betrugsversuche erkennen und herausfiltern soll, war nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ Ende vergangener Woche „offenbar komplett oder größtenteils ausgefallen“. Dadurch habe Paypal offenbar ungeprüft sämtliche Lastschriften bei den Banken eingereicht.

Paypal: Problem ist behoben

In der Mitteilung des DSGV heißt es weiter. Paypal habe die Störungen im Geschäftsbetrieb eingeräumt und versichert, dass das Problem mittlerweile behoben sei. „Der Zahlungsverkehr von und zu Paypal läuft auf Seiten der Sparkassen-Finanzgruppe seit Dienstagmorgen wieder normal, steht aber weiter unter Beobachtung.“

Eine Sprecherin von Paypal bestätigte, dass es Probleme gegeben habe, die aber inzwischen behoben seien: „Paypal hatte eine vorübergehende Serviceunterbrechung, die bestimmte Transaktionen unserer Bankpartner und möglicherweise deren Kunden beeinträchtigte. Wir haben die Ursache schnell identifiziert und arbeiten eng mit unseren Bankpartnern zusammen, um sicherzustellen, dass alle Konten aktualisiert wurden.“ 

So sind Kunden geschützt

Betroffen waren von dem Vorfall vor allem Händler, die ihr Geld mit legitimen Lastschriften verspätet erhalten. Paypal-Kunden sollten ihr Paypal-Konto auf unberechtigte Abbuchungen überprüfen, empfahlen Verbraucherschützer.

Die Deutsche Kreditwirtschaft wies darauf hin, dass die Kunden umfassend geschützt seien: So könnten sie sogenannte SEPA-Lastschriften innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen widerrufen. „Wenn die Zahlung nicht durch ein Lastschriftmandat genehmigt (autorisiert) wurde, gilt für die Rückgabe eine Frist von 13 Monaten.“