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Ein Gewitter trifft das Trentino mit voller Wucht. Eine Schlammlawine reißt eine neu gebaute Brücke mit – und das ist nicht das erste Mal.
Val Genova – Ein Donnern, dann Stille – und eine ganze Talstraße war verschwunden. Am Samstagnachmittag (27. Juni 2026) löste ein heftiges Gewitter in der Val Genova im Trentino in Italien eine gewaltige Mure aus. Dutzende Wanderer waren stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten. Gegen 16.15 Uhr riss der angeschwollene Rio Dosson bei Strembo (Provinz Trient) eine riesige Masse aus Schlamm, Fels und Geröll mit sich – und begrub damit die Forststraße, die das Tal mit der Malga Bedole verbindet.
Eine Anwohnerin aus dem Nachbarort Spiazzo beschreibt den Moment: „Ich dachte, es wären ferne Donner – aber es war das Geräusch der Mure.“ Ein Autofahrer, der kurz nach dem Abgang ankam, fasst die Lage in einem Satz zusammen: „Die Straße existiert nicht mehr.“ Laut RAI TGR Trento waren rund siebzig Personen unmittelbar im Rifugio Bedole eingeschlossen, laut Corriere del Trentino insgesamt über hundert Menschen im gesamten Bereich oberhalb der Mure.
Unwetter in Südtirol: Über hundert Menschen im Trentino eingeschlossen
Mehr als siebzig von ihnen fanden Zuflucht im Rifugio Bedole auf 1.600 Metern Höhe. Eine der Hüttenwartinnen beschrieb die Lage: „Mit dem Auto kommt man weder raus noch rein. Die Schlammlawine hat auch die Brücke mitgerissen, die gerade erst neu gebaut worden war.“ Sie betonte zudem, dass es in diesem Bereich schon früher zu ähnlich schweren Abgängen gekommen sei.
Die Notaufnahmeleitstelle alarmierte sofort die Bergwacht-Station Pinzolo, die mit zwölf Einsatzkräften ausrückte. Ein Hubschrauber überflog das Gebiet rund um den Matarot-Wasserfall, um sicherzustellen, dass niemand verschüttet worden war. Dabei entdeckten die Retter auf dem Wanderweg Nr. 241 einen Bergwanderer, den sie per Helikopter in Sicherheit brachten. Freiwillige Feuerwehren aus Strembo, Carisolo, Spiazzo und Pinzolo sowie eine Suchhundestaffel der Finanzpolizei-Bergwacht übernahmen die abschließende Kontrolle des gesamten Murenbereichs.

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